[Suche/Biete] [Überblick Russland] [Wir über uns/Chronik] [Impressum/Kontakt] [Aufnahmeantrag] [Feedback]

Aktuelles

Rückblick

Veranstaltungen

Publikationen

International Section

Inhaltsverzeich.DZRP

Periodika

Zarenreich bis 1917

RSFSR 1918-1923

Nebengebiete bis1943

UdSSR 1923-1991

Russland ab 1991

Motive Russland

Links

Randnotizen


Rückblick 2012 - das waren Marken-Ausgaben im Monat Februar vor ...
 
 

10 Jahren
 
15. Februar 2002, Russland Ausgabe  "150 Jahre Museum Neue Eremitage" Michel-Nr. 961-64, Block 43, 4 Werte, 1 Block, 1 Markenheftchen
 
 
Die vier Marken zeigen einige Ausstellungsstücke aus der Neuen Eremitage:
MiNr. 961 "Ecce Homo" Gemälde von Peter Paul Rubens, flämischer Maler
MiNr. 962 "Die Kurtisane" Gemälde von Hendrick Goltzius, niederländischer Maler,
MiNr. 963 "Burginot-Helm" von Filippo Negroll, italienischer Waffenschmied
MiNr. 964 "Ptolemäus II und Arsinoe" Gemme aus dem 3. Jahrhundert vor Chr.
Die Marken wurden in Kleinbogen zu 10 Marken ausgegeben.     
 
Die Eremitage sowohl als Gebäudekomplex als auch als eigenständige Kunstsammlung wurde von der russischen Kaiserin Katharina der Großen begründet. Die Bilder wurden im Winterpalast ausgestellt.
1775 ließ Katharina im Stil der damaligen Mode eine kleine Eremitage (Einsiedelei) neben den eigentlichen Palast bauen - die spätere Kleine Eremitage. Bald musste ein zweites größeres Gebäude hinzugebaut werden, um die Sammlung zu beherbergen; die heutige Alte Eremitage wurde 1784 vom Architekten Veldten entworfen. In der Kleinen Eremitage wurden zu dieser Zeit auch schon Theaterstücke aufgeführt; ab 1783 ließ Katharina zu diesem Zweck ein eigenes Gebäude, das Eremitage-Theater, bauen. Fast zeitgleich zu diesen Gebäuden entstanden am Quai des Winterkanals die Rafael-Loggien, die eine genaue Nachbildung des Vatikanpalastes in Rom sind. Im Jahr 1797 umfasste die schnell wachsende Sammlung 3.996 Gemälde
Die Gemäldesammlung war früher nur Mitgliedern des engen höfischen Kreises zugänglich. Am 17. Februar 1852 trennte der Zar trennte organisatorisch die Zarenresidenz und die Eremitage-Sammlung. Damit wurde das Museum erstmals, wenn auch unter starken Einschränkungen, öffentlich zugänglich. Nikolaus I. eröffnete die Neue Eremitage, die sich baulich zwar an den alten Gebäudekomplex anschloss, jedoch einen eigenen Eingang erhielt und als öffentliches Museum zugänglich war. Das neue Gebäude war in den Jahren 1839 bis 1852 unter der Leitung der Architekten Wassili Petrowitsch Stassow und Jefimow nach Plänen von Leo von Klenze erbaut worden.

MiNr. Bl. 43 Gemälde italienischer Maler (hier Luigi Premazzi)

Die Raffael-Loggia in der Neuen Eremitage
Leo von Klenze errichtete zwischen 1839 und 1852 die Neue Eremitage als letztes Gebäude, es ist vielleicht das einzige seiner Werke, das ohne die restriktiven Stilwünsche Ludwig I. von Bayern und somit ganz und gar nach Klenzes Vorstellungen entstand. Es ist das einzige des Museums, das nicht direkt an der Newa steht. Wiederum war dieser Bau von Anfang an dafür bestimmt, die Kunstschätze der weiter gewachsenen Sammlung aufzunehmen. In der Neuen Eremitage befindet sich unter anderem ein kompletter Nachbau eines eigentlich von Raffael im Vatikan gestalteten Ganges. Die Atlas-Figuren, die an einer Fassadenseite stehen, sind die heute vielleicht berühmtesten dieser Art weltweit.
Markenheftchen mit MiNr. 961-964 und Block 43
 
 

20 Jahren
 
20. Februar 1992, Russland Ausgabe "750.  Jahrestag der Eisschlacht auf dem Peipussee", Michel-Nr. Block 2, 1 Wert
MiNr. Block 2 Schlachtszene
 
In der Schlacht auf dem Peipussee vernichtete am 5. April 1242 ein russisches Heer unter Führung des Nowgoroder Fürsten Alexander Newski eine Streitmacht des Deutschen Ordens und des mit ihm vereinigten Schwertbrüderordens.
 
Die russischen Fürstentümer sahen sich zu Beginn des 13. Jahrhunderts von drei Seiten bedroht. Im Süden erlag die Kiewer Rus zwischen 1223 und 1240 mehreren Anstürmen der Mongolen unter Dschingis Khan und Batu Khan. Letzterer unternahm in den Jahren von 1237 bis 1239 einen ersten Kriegszug gegen die nördliche Rus. Zur gleichen Zeit sahen sich deren Gebiete - unter anderem die Republik Nowgorod und das Großfürstentum Wladimir, die sich durch Tributzahlungen an die Mongolen eine gewisse Selbständigkeit bewahren konnten - zunehmenden Angriffen durch die Dänen und Schweden aus dem Norden und durch die Truppen des Bischofs von Dorpat sowie die Ritter des Deutschen Ordens und des Schwertbrüderordens aus dem Westen ausgesetzt. Vor allem die reiche Handelsmetropole Welikij Nowgorod (Groß-Nowgorod), am Wolchow nördlich des Ilmensees gelegen, sah ihren Handel empfindlich gestört. Die Nowgoroder Bojaren wählten daher 1236 Alexander Jaroslawitsch, den Sohn des Großfürsten von Wladimir zu ihrem Fürsten. Er besiegte 1240 ein aus Finnland eingedrungenes schwedisches Invasionsheer unter Birger Jarl in der Schlacht an der Newa nahe dem heutigen Sankt Petersburg, was ihm den Beinamen "Newski" einbrachte.
 
 
Im selben Jahr stieg die Bedrohung durch die deutschen Kreuzritter und die Ritter des Deutschen Ordens. Unter der Führung des Bischofs von Dorpat drangen sie von Estland aus auf das Gebiet Nowgorods vor und nahmen die Stadt Pskow südlich des Peipussees ein. Unter der Führung Newskis gelang es den Nowgorodern jedoch 1241, die Festung Koporje und im März 1242 Pskow selbst zurückzuerobern.
Nach diesen ersten Erfolgen beschloss Newski, den Kampf ins Gebiet der Ordensritter zu tragen und rückte nach Westen gegen die Festung Isborsk vor. Die Ritter und ihre estnischen Hilfstruppen besiegten Anfang April jedoch eine Vorhut der Nowgoroder und verfolgten sie auf ihrem Rückzug über das Eis des Peipussees. Um zu verhindern, dass das Ritterheer Pskow im Norden umging, zog die russische Hauptstreitmacht nun der zurückgeschlagenen, aber noch geschlossen operierenden Vorhut entgegen und vereinigte sich mit ihr vor dem Ostufer des zugefrorenen Sees. Hier stellten sie sich am 5. April 1242 ihren Verfolgern zur Schlacht.
 
 
 
Wie fast alle mittelalterlichen Quellen, so sind auch die zeitgenössischen Berichte über die Schlacht auf dem Peipussee in ihren Zahlenangaben sehr ungenau. Frühere russische Schätzungen gingen von etwa 15.000 Kämpfern auf Seiten der Nowgoroder und von etwa 10.000 auf Seiten der Ordensritter aus. Heute gelten auch unter russischen Experten 3.000 bis 4.000 Kämpfer auf Seiten Nowgorods einschließlich der Druschina Alexander Newskis als wahrscheinlich. Die katholische Streitmacht dürfte dagegen nur aus 500 bis 600 Berittenen sowie aus 1.000 bis 1.200 Mann estnischen Fußsoldaten bestanden haben. Laut einer historischen Chronik waren von den Ordensrittern nur 30 echte Panzerreiter, denen jeweils 5 bis 6 weitere Reiter zur Seite gestellt waren.
Die Schlacht fand in der Südostecke des Peipussees nahe der Insel Woroni Kamen statt. Eröffnet wurde sie bei Tagesanbruch mit einem Angriff der berittenen Truppe des Ordensheeres. Sie ging in Keilformation gegen das russische Zentrum vor, das aus Fußtruppen der Nowgoroder Miliz bestand. Diese wichen bis zum Ufer des Sees zurück, und ihre Reihen wurden fast durchbrochen. Auf den abschüssigen und vereisten Uferböschungen konnten die Ritter ihre Schlagkraft jedoch nicht voll entfalten. Zudem hielt die linke und rechte Flanke des russischen Heeres allen Angriffen stand und verhinderte so, dass die Ordensritter ihren Teilerfolg im Zentrum nutzen konnten.
Die Endphase der Schlacht begann, als Newski seine Druschina, die er bis dahin in einem Hinterhalt zurück gehalten hatte, in den Kampf schickte. Die Reitertruppe umging den rechten Flügel des Ritterheeres und griff es im Rücken an. Nunmehr von allen Seiten umringt und auf engstem Raum zusammen gedrängt, gelang es den Rittern nicht mehr ihre übliche Kampftechnik, den massiven Reiterangriff, anzuwenden.
Dagegen konnten die Nowgoroder Fußtruppen die Ritter mit Lanzen von ihren Pferden stoßen und anschließend erschlagen. Viele sollen angeblich auch ertrunken sein, als das Eis unter dem Gewicht der Panzerreiter stellenweise nachgab. Nur einzelnen Rittern gelang es, die Umzingelung zu durchbrechen und über das Eis in Richtung des etwa zehn Kilometer entfernten Westufers zu fliehen. Nach russischen Quellen sollen rund 500 Ritter und zahlreiche Kämpfer aus dem estnischen Fußvolk erschlagen und 50 adlige Mitglieder des Deutschen Ordens in Gefangenschaft geraten sein.

30 Jahren
 
26. Februar 1982, Sowjetunion Ausgabe  "90. Geburtstag von Josip Tito", Michel-Nr. 5151, 1 Wert
MiNr. 5151 Josip Tito
 
Josip Broz entstammte einer kleinbäuerlichen Familie im kroatischen Kumrovec, das zur Zeit seiner Geburt zu Österreich-Ungarn gehörte. Sein Vater Franjo war ein Kroate, dessen Vorfahren aus dem damals ebenfalls zu Österreich-Ungarn gehörenden Welschtirol eingewandert waren, seine Mutter Marija war Slowenin. Er war das siebte Kind der Familie. Das Pseudonym Tito nahm Josip Broz 1934 an, als er Mitglied des Politbüros der Kommunistischen Partei Jugoslawiens wurde und in den politischen Untergrund ging.
Während des Krieges gelang es den kommunistischen Partisanen Jugoslawiens unter der Führung Titos, sich gegen die Besatzer und die mit ihnen verbündete faschistische Ustascha-Bewegung aus Kroatien durchzusetzen. Dabei wurde er erst nach der Konferenz von Teheran durch die Alliierten unterstützt. Vor allem in Serbien kämpften sie gegen die zunächst kollaborierenden Tschetnik-Freischärler. Die Volksbefreiungsarmee konnte sich als politisch einflussreichste Gruppe etablieren. Während des Widerstandskampfes wurde Tito zum Marschall ernannt und stand ab dem 29. November 1943 an der Spitze des Antifaschistischen Rates der Nationalen Befreiung  der eine provisorische Regierung bildete und weite Teile des besetzten Landes kontrollierte. Seit Ende 1944 übte der Antifaschistische Rat die Macht in ganz Jugoslawien aus. Er wurde auch von den Alliierten anerkannt und vor allem vom britischen Premier Churchill unterstützt. Bereits während des Krieges zielte Titos Diplomatie darauf ab, ein Gleichgewicht zwischen den Westmächten und der Sowjetunion zu halten.
Nach Kriegsende ließ sich Tito in einer Volksbefragung den Machterhalt bestätigen. Am 29. 11. 1945 wurde er Ministerpräsident der Volksrepublik Jugoslawien. Bis 1953 betrieb er mit Hilfe der Nationalen Volksbefreiungsfront und der KPJ die Umwandlung Jugoslawiens in einen realsozialistischen Staat. Dabei setzte er auch Repressionen ein. So geschahen unter seiner Verantwortung im Mai/Juni 1945 die Massaker von Bleiburg und Kocevje, die über 30.000 Menschen das Leben kosteten. Zahlreiche politische Gegner, unter ihnen viele Stalinisten, wurden in den folgenden Jahren inhaftiert. Außerdem fanden unter seiner Herrschaft große Vertreibungsaktionen statt.
Da Titos Partisanenbewegung Jugoslawien ohne direktes Eingreifen der Roten Armee befreit hatte, waren nur wenige Truppen der Sowjetunion in Jugoslawien stationiert, hauptsächlich in Belgrad selbst. Dies ermöglichte Tito eine auf Unabhängigkeit und Gleichberechtigung beruhende Außenpolitik, zu der auch eigenständige Beziehungen zum Westen gehörten.
Nach der Annahme einer neuen Verfassung im Jahr 1953 wurde Tito am 14. Januar 1953 in das Amt des Staatspräsidenten gewählt, das er ab 1963 auf Lebenszeit innehatte. Er setzte sich für die Gleichberechtigung der Staaten, die friedliche Koexistenz der Blöcke und die Entwicklungsländer ein. Zusammen mit dem ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser und dem indischen Premierminister Jawaharlal Nehru gehörte er zu den Protagonisten einer Politik der Blockfreiheit. Diese wurde mit der Gründung der Bewegung der blockfreien Staaten institutionalisiert. Durch sein Charisma und seine auf Ausgleich zielende Politik erwarb er sich auch außerhalb Jugoslawiens besonderes Ansehen. Er war einer der angesehensten Vertreter der blockfreien Staaten.
 

40 Jahren
 
22. Februar 1972, Sowjetunion Ausgabe "50 Jahre Beteiligung der UdSSR an der Leipziger Messe", Michel-Nr. 3986, 1 Wert
MiNr. 3986 Pavillon der Sowjetunion und Messe-Emblem
 
 
Mit dieser Ausgabe erinnert die Sowjetunion daran, dass sie bereits seit 1922 an der Leipziger Messe teilnimmt. Die Leipziger Messe zählt zu den ältesten Messestandorten der Welt. 
1190 wurden die Ostermärkte und die Michaelismärkte durch den Markgrafen Otto von Meißen bestätigt. In einem Umkreis von einer sächsischen Meile um die Stadt Leipzig herum durfte kein schädlicher Markt abgehalten werden. Im Jahre 1268 stellte Markgraf Dietrich von Landsberg das Geleitschutzprivileg aus, was für die Entwicklung des Fernhandels von eminenter Bedeutung war. Mit dem Neujahrsmarkt wurde Leipzig durch Kurfürst Friedrich II. eine dritte Messe verliehen. Diese wurde erstmalig zu Neujahr 1459 abgehalten. Im Jahre 1497 erhob der römisch-deutsche König Maximilian I. die bisherigen Jahrmärkte zu Reichsmessen. Auf der Grundlage dieses Privilegs entwickelte sich Leipzig durch Anbahnung eigener Handelsverbindungen nach allen Richtungen im Verlaufe der Jahrhunderte kontinuierlich zu einem der bedeutendsten Handelsplätze Europas.
Im Jahre 1895 erfolgte die Umstellung von der Warenmesse zur weltweit ersten Mustermesse. Dem 1904 vollendeten Städtischen Kaufhaus folgten zahlreiche weitere Messehäuser, welche bis heute das Bild der Leipziger Innenstadt prägen. Von nun an wurden die Waren nicht mehr direkt vor Ort verkauft. Durch die Präsentation von Mustern wurden Handelsverträge geschlossen, auf deren Grundlage dann der Transport der Ware in vorher vereinbarter Menge und Qualität und zu vereinbarten Konditionen vom Hersteller zum Kunden erfolgte. Das Logo der Leipziger Messe mit zwei übereinandergestellten "M" wurde für die Herbstmesse 1917 entworfen und stellt den Begriff Mustermesse dar. Georg Baus wurde von Erich Gruner beauftragt, 1921 ein Corporate Design für die Messe zu entwerfen, eines der ersten weltweit.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam auch die Leipziger Messe vorerst zum Erliegen. Der langsame Neubeginn in den Nachkriegsjahren hatte anfangs nur den Charakter von Kleinhandel. Am 8. Mai 1946 öffnete die erste Leipziger Messe nach dem Kriegsende, die von den Veranstaltern Friedensmesse genannt wurde, im Ring-Messehaus. In den darauffolgenden Jahren entwickelte sich die Leipziger Messe allmählich zu einem wichtigen Zentrum im Ost-West-Handel. Alljährlich fand nun eine Frühjahrsmesse und eine Herbstmesse in Leipzig mit Ausstellern aus Ost und West statt.
 

50 Jahren
 
26. Februar 1962, Sowjetunion 2. Ausgabe "Sowjetisches Ballett" Michel-Nr. 2578-79, 2 Werte
MiNr. 2578 Szene aus "Roter Mohn"           2579 Szene aus "Pariser Flamme"
           von Reinhold Glier                               von Boris Assafjew     
 
Das Ballett entwickelte sich im 15. und 16. Jahrhundert aus den an italienischen und französischen Fürstenhöfen aufgeführten Schauspielen sowie aus tänzerischen Gesellschaftsspielen. Zu dieser Zeit war es noch keine eigenständige Kunstform. Der Bühnentanz war, ähnlich wie das Schauspiel, lange den Männern vorbehalten. Die Führungsrolle in der Entwicklung des Tanzes ging im 16. Jahrhundert von Italien auf Frankreich über. 1661 gründete Ludwig XIV. die Académie Royale de danse in Paris. In dieser Zeit erfuhr das Ballett eine enorme Weiterentwicklung und wurde zunehmend von Berufstänzern ausgeführt. Damit trennte sich der Tanz vom höfischen Zeremoniell. Ab 1681 durften hier auch Frauen öffentlich tanzen. Eine Blütezeit erlebte das Ballett in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Russland. Unter der Leitung von Marius Petipa entstanden klassische Meisterwerke wie Schwanensee, Dornröschen und Der Nussknacker. Aus dieser Schule ging die wohl bekannteste Ballerina Anna Pawlowa hervor.
 
Assafjew studierte am Petersburger Konservatorium bei Nikolai Rimski-Korsakow und Anatoli Ljadow. 1910 wurde er Ballettkorrepetitor am Petersburger Mariinski-Theater. Seit 1921 leitete er die Abteilung für Musik des Staatlichen Instituts für Kunstgeschichte. 1925 gründete er die Musikwissenschaftliche Fakultät des Konservatoriums in Leningrad. Ab 1943 leitete er das Kunsthistorische Institut in Moskau. Assafjew komponierte zehn Opern, zahlreiche Ballette, drei Sinfonien, zwei Kantaten und Lieder. Er trat außerdem als Autor musikwissenschaftlicher Werke hervor.
 
Glière war der Sohn eines aus Klingenthal im Vogtland nach Kiew gezogenen Blasinstrumentenmachers. Ab 1891 erhielt er bei Otakar Ševcík Violinunterricht an der Kiewer Musikschule, bevor er 1894 seine Studien am Moskauer Konservatorium begann. 1901 nach dem äußerst erfolgreichen Abschluss seiner Studien, erhielt Glière eine Lehrstelle an der Gnesin-Musikschule in Moskau, die er bis 1913 beibehielt. 1913 wechselte er an das Konservatorium in Kiew, wo er 1914 zum Direktor ernannt wurde. Von 1920 bis 1941 unterrichtete Glière Komposition am Moskauer Konservatorium. In den 1920er Jahren engagierte er sich im Volkskommissariat für Bildung, 1938 bis 1948 hatte er den Vorsitz des Organisationskomitees des sowjetischen Komponistenverbandes inne. Auch unternahm er Reisen durch Sowjetrepubliken wie Usbekistan und Aserbaidschan, um die dortige Folklore zu sammeln und so die Musikkultur dieser Gegenden zu unterstützen. Glière war in der Sowjetunion eine hoch angesehene Persönlichkeit und erhielt etliche Orden und Auszeichnungen, so zum Beispiel dreimal den Leninorden und einmal den Orden des Roten Banners der Arbeit. Er war Volkskünstler der UdSSR und ihrer Sowjetrepubliken Russland, Aserbaidschan und Usbekistan. Auch erhielt er dreimal den Stalinpreis (1946, 1948, 1950) und wurde 1941 zum Doktor der Kulturwissenschaften ernannt.
          

60 Jahren
 
1. Februar 1952, Sowjetunion Ausgabe  "125. Geburtstag von Pjotr Semjonow-Tjan-Schanskij" Michel-Nr. 1618, 1 Wert
MiNr. 1618 Geograph Pjotr Semjonow-Tjan-Schanskij
 
Pjotr Petrowitsch Semjonow-Tjan-Schanski Semjononw war Sohn eines Gardeoffiziers und Gutsbesitzers. Er ging nach dem Studium an der physikalisch-mathematischen Fakultät der Universität St. Petersburg ab 1853 für zwei Jahre nach Italien, Österreich, die Schweiz und Deutschland zur Weiterbildung seiner Einsichten in die Geowissenschaften. In Berlin traf er Alexander von Humboldt (1769-1859).
1856 begab sich Semjonow auf seine Expedition zum Tienschan über Semipalatinsk mit Stützpunkten in Almaty und Shalanasch, von denen aus Stichtouren unternommen wurden. Mit den Befunden vor allem an der imposanten Pyramide des Khan Tengri widerlegte der Forscher seine eigene Hypothese, dass es in den ariden Gebieten Innerasiens keine Gletscher geben könne. Aus den Befunden zu Geologie und Orographie aus Transili-Alatau, Kungei-Alatau, Terskej-Alatau und der Hauptkette des Tienschan widerlegte er die aus einem Analogieschluss zu den Anden geborenen Auffassung Humboldts von Vulkanismus im Tienschan. Er gelangte zu vertieften Einsichten über die Quellflüsse Naryn - Syr-Darja, Aksu - Tarim, Tekes - Ili, Tschüi und anderen. Andererseits fand er Humboldts Höhenzonierung von Klima und Vegetation deutlich bestätigt und Semjonow dokumentierte in ihr eine charakteristische Differenzierung der Agrarwirtschaft. Auf der Rückreise 1857 untersuchte er den Dsungarischen Alatau und Tabagatai.
 
Semjonow gehörte zu den Intellektuellen, die in der Krise Russlands nach dem verlorenen Krimkrieg eine Möglichkeit für Veränderungen im Land sahen. 1861 wurde das Gesetz zur Abschaffung der Leibeigenschaft verabschiedet, an dem Semjonow als bevölkerungsgeographischer Experte zwei Jahre mitgearbeitet hatte. 1864 übernahm er die Leitung des gerade gegründeten Statistischen Komitees des Russischen Reiches, für die er sich mit der Herausgabe einer mehrbändigen statistischen Enzyklopädie empfohlen hatte. Den erfolgreichen Aufbau des Statistischen Dienstes stellte er 1869 mit einer (Probe-)Volkszählung in St. Petersburg unter Beweis. 1872 gewann er großes Ansehen mit dem glänzend organisierten VIII. Internationalen Statistischen Kongresses in St. Petersburg. Schließlich krönte die erste Volkszählung im Russischen Imperium überhaupt 1897 seine Bemühungen. In diesem Zusammenhang ist seine Berufung als mehrjähriges Mitglied des Staatsrates zu sehen, was heute mit dem Rang eines Ministers zu vergleichen wäre.
1849 wurde er Mitglied der 1845 gegründeten Russischen Geographischen Gesellschaft, 1873 übernahm er die Vizepräsidentschaft der Gesellschaft. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst setzte Semjonow seine hohe Autorität ein, z. B. durch eine Denkschrift zum Bau der Transsibirischen Eisenbahn.
Semjonow erhielt viel Anerkennung für sein produktives Schaffen und zahlreiche Ehrungen. U. a. wurde ihm für seine Verdienste 1906 der ehrende Namenszusatz "Tjan-Schanski" vom Zaren höchstpersönlich überreicht.  Der kirgisische Ort Balyktschy beherbergt ein Museum zu seinen Ehren.

90 Jahren
 
10. Februar 1922, RSFSR Aushilfs-Ausgabe  "Freimarken mit Aufdruck" Michel-Nr. 171-175, 5 Werte je Aufdruckfarbe
MiNr. 171a-175a Aufdruck schwarz
 
Die Aufdruckmarken waren für die ab dem 1. Januar 1922 geplante Gebührenerhöhung gedacht. Doch wegen der immer schneller voranschreitenden Inflation fiel die Gebührenänderung anders aus und als die Marken am 10. Februar an die Schalter kamen, kostete ein Inlandbrief  bereits 7.500 Rubel  und die Einschreibegebühr betrug 1.500 Rubel.
MiNr. 171b-175b Aufdruck rot
 
 
MiNr. 175b III RSFSR mit Punkten
 
Den Aufdruck beim "10.000"-Rubel-Wert gibt es in unterschiedlichen Zeilenabständen und "RSFSR" mit und ohne Punkte.
.
MiNr. 175b Plattennummer "1" 
.
Bei dieser Ausgabe gibt es wieder zahlreiche Abarten in vielerlei Varianten: Doppeldrucke, Paar mit und ohne Aufdruck, kopfstehender Aufdruck, doppelter Aufdruck schwarz und rot, dazu kommen viele Aufdruckfehler und - abarten.  Dieser Druckausschuss wurde damals nicht komplett vernichtet sondern aussortiert und über den POMGOL an Briefmarkenhändler verkauft. Vereinzelt sind aber auch Stücke übersehen worden und kommen auch auf Bedarfsbriefen vor.
MiNr. 172b waagrechtes Zwischenstegpaar
 
Wie bei den Originalmarken, gibt es natürlich auch bei den Aufdruckwerten senkrechte und waagrechte Zwischenstegpaare. 
 
Die Aufdruckmarken, insbesondere zu 5.000 Rubel, konnten also nur bedingt verwendet werden, was deren relative Seltenheit in gestempelter Erhaltung und in noch größerem Maße auf Brief zur Folge hatte. Besonders rar sind solche Sendungen, die nur mit Marken dieser Serie freigemacht sind, ausgenommen hier vielleicht die einfache 10.000 Rubel Marke. Normalerweise kommen sie in Mischfrankatur mit Marken der früheren oder späteren Ausgaben vor. 
Infla-Brief mit MiNr. 174a
 
Infla-Brief mit MiNr. 172a und 175a
Infla-Brief mit MiNr. 171b mit kopfstehendem Aufdruck im Paar !
 
 

--------------------------------
(Texte und Erläuterungen zu den abgebildeten Marken stammen zum Teil aus WIKIPEDIA und aus den Michel-Katalogen Russland und Sowjetunion)